Digitale Vernetzung

Die Digitalisierung macht auch vor Zügen, Lokomotiven und Straßenbahnen nicht halt. Ziel ist es, den Komfort für die Passagiere zu erhöhen und gleichzeitig die Gesamtkosten für Betreiber zu reduzieren. Damit die Vernetzung auf der Schiene funktioniert, braucht es ganzheitliche Mobilitätskonzepte, die intelligente Kommunikations-, Überwachungs- und Informationssysteme von Anfang an miteinbeziehen. Diese vernetzten Systeme zu entwickeln und ihre Funktionsfähigkeit über den gesamten Lebenszyklus sicherzustellen, ist auch Aufgabe der Bahnzulieferer. Die italienische Schaltbau-Tochter SPII gehört mit ihrem integrierten Führerstand zu den Vordenkern.

Die ganzheitliche integrierte Nutzung von Informationen – Stichwort „Big Data“ – hat das Potenzial, die Mobilität in Ballungsräumen grundlegend zu verändern: Fahrerlose Fahrzeuge, die untereinander kommunizieren, sorgen für höhere Taktzeiten und reduzieren Verspätungen. Technische Ausfälle werden durch permanente Diagnose in Echtzeit und daraus abgeleitete, bedarfsgerechte Wartung minimiert. Durch die Echtzeitüberwachung von Zügen sind Passagiere und Zugpersonal stets genau über Fahrtzeiten, verfügbare Kapazitäten und Anschlüsse informiert. Die Vernetzung sämtlicher Verkehrsträger, die Nutzung mobiler Kommunikation sowie die Integration automatischer Ticketsysteme schaffen ein stressfreies und komfortables Reiseerlebnis. Obendrein ist der Schienenverkehr durch die nahtlose Synchronisation von Rolling Stock und stationärer Infrastruktur so sicher wie noch nie.

Ganzheitliche Mobilitätskonzepte

Das alles ist technisch bereits heute schon möglich und teilweise bereits realisiert. Die Integration der verschiedenen Überwachungs- und Informationssysteme und ihre intelligente Vernetzung ist jedoch eine Mammutaufgabe, die Bahnsystemhäuser und Zulieferer gemeinsam bewältigen müssen. Aktuelle Großprojekte wie das neue Metro- und Bussystem für die saudi-arabische Hauptstadt Riad zeigen bereits, wo die Reise hingeht: Schienenfahrzeughersteller entwickeln nicht mehr nur Züge, sondern komplette Mobilitätskonzepte, in denen sämtliche Subsysteme nahtlos zusammenarbeiten und mit der Außenwelt kommunizieren. Große Zulieferer, wie Schaltbau nehmen hier eine Schlüsselposition ein, weil sie die Vernetzung bereits auf Komponentenebene, bzw. bei Subsystemen vorantreiben. Ziel dabei ist, immer mehr intelligente Produkte zu liefern, die sich einfach und effizient in größere Strukturen einbetten lassen.

 

Vorreiter bei der Systemintegration

Die Schaltbau-Tochter SPII im Norden Mailands gehört mit ihren integrierten Führerstandkonzepten zu den Vorreitern auf diesem Gebiet. Statt vieler Einzelteile, die beim Fahrzeughersteller mühsam zusammengesetzt werden müssen, entwickelt das Unternehmen in enger Zusammenarbeit mit dem Systemlieferanten kundenspezifische Führerpulte und liefert diese direkt an die Montagelinien. Für den Kunden reduziert sich dadurch nicht nur die Zahl der Kabel und Anschlüsse, sondern auch der Entwicklungs- Produktions- und Testaufwand sowie die Risiken bei der Systemintegration. Damit erhöht SPII die Qualität und Produktverfügbarkeit. Jeder Führerstand wird bei Bedarf an die Wünsche des Kunden angepasst oder aus definierten Modulen konfiguriert. SPII nutzt dabei umfangreiche vordefinierte Softwarelösungen und standardisierte Busprotokolle, um auf die unterschiedlichen Anforderungen schnell und sicher reagieren zu können.

Die fortschreitende Systemintegration ist einer der wesentlichen Konsolidierungstreiber im Bahnsektor. Wer in der Lage ist, einen Großteil der Subsysteme aus einer Hand weltweit anzubieten, ist für komplexe Großprojekte gut aufgestellt. Weil analoge Produkteigenschaften – wie Langlebigkeit und funktionales Design – zunehmend mit digitalen Features verzahnt werden müssen, werden Innovationsprozesse komplexer und erfordern zunehmend strategische Partnerschaften und globales Agieren.

Unternehmensübergreifende Zusammenarbeit

Durch die Einbindung von SPII in das internationale Unternehmensnetzwerks der Schaltbau Gruppe können nicht nur ständig zunehmende Lokalisierungsanforderungen der zumeist öffentlich finanzierten Bahnprojekte einfacher gemeistert werden. Besondere Chancen ergeben sich auch durch die Zusammenarbeit in der Forschung und Entwicklung. Hier können die Systemkomponenten der Schaltbau Gruppe und die Systemlösungen für Führerpulte von SPII künftig optimal verzahnt werden. Die vielfältigen Produkte und Systeme der Schaltbau Gruppe wie Kommunikations- und Monitoringsysteme, Türsysteme, Sanitärsysteme, Inneneinrichtungen mit Sensorik, Stromumrichter, Klimaanlagen, etc. werden über Bussysteme in die SPII Führerpulte nahtlos integriert.